Links? Rechts? Mitte?

„Hitler war auch links“ – diesen Unsinn hört man heute wieder öfter. Während sich Deutschland politisch wieder stark bewegt, verstecken sich viele hinter dem vermeintlich sicheren Label „Mitte“. Doch was bedeuten links und rechts eigentlich? Und warum ist die Mitte eine gefährliche Illusion?

Die Begriffe „links/rechts“ entstanden 1789 in der französischen Nationalversammlung – links die Revolutionäre, rechts die Monarchisten. Doch dahinter stecken jahrtausendealte Gegensätze: Emanzipation gegen Autorität, Universalismus gegen Hierarchie, Fortschritt gegen Tradition. Wer für Menschenrechte, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit eintritt, vertritt progressive Werte. Wer Ungleichheit als „natürlich“ verkauft und Herrschaftsstrukturen zementiert, steht auf der regressiven Seite.

Patrick und Jens durchleuchten die Ideengeschichte hinter den Schlagworten und entlarven die „Mitte“ als Depolitisierungstrick. Sie zeigen: Während rechts uns nach Auschwitz brachte, erkämpfte (das echte) links das freie Wochenende. In Zeiten, wo Faschisten wieder marschieren, ist Neutralität keine Option mehr. Zeit für eine Entscheidung.

Themen

  • Ursprung und Bedeutung von links/rechts seit 1789
  • Progressive vs. regressive Weltbilder
  • Die Mitte als politische Illusion
  • Depolitisierung und ihre Folgen
  • Repolitisierung als demokratische Notwendigkeit

Erwähnte Personen & Organisationen

  • Immanuel Kant: Philosoph der Aufklärung, prägte den Begriff der Vernunft
  • Karl Marx: Gesellschaftstheoretiker, „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“
  • Willy Brandt: SPD-Bundeskanzler, führte das BAföG ein
  • Angela Merkel: Bundeskanzlerin 2005-2021, Ära der Depolitisierung
  • Donald Trump: US-Präsident, Beispiel für rechten Autoritarismus

Begriffe

  • Universalismus: Gleiche Menschenrechte für alle, unabhängig von Herkunft oder Status
  • Materialismus: Erkenntnis, dass materielle Verhältnisse das Bewusstsein prägen
  • Emanzipation: Befreiung aus unterdrückenden Strukturen durch Aufklärung
  • Partikularismus: Bevorzugung der eigenen Gruppe gegenüber anderen
  • Depolitisierung: Rückzug aus politischen Diskursen, „Ende der Geschichte“

Weiterführende Quellen

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2 Replies to “Links? Rechts? Mitte?”

  1. Rudolf Müller

    Guten Morgen die Herren, gern lausche ich euren Gesprächen und stimme mit euren Perspektiven grundsätzlich überein. In dieser Folge ist mir aber was aufgefallen, was mir leider auch in anderen linken wie grünen Diskursen aufstößt. Die Rede von der Aufstiegsgesellschaft und der Chancengleichheit. Die halte ich für einen neoliberalen Diskurs (den ihr ja zurecht kritisiert). In einer gerechten Gesellschaft sollte es diese Hierarchie von oben und unten nicht geben. Aufstiegsgesellschaft bedeutet ja, dass die Arbeit „unten“ schlecht bezahlt, anspruchslos, erniedrigend, druckvoll und gehetzt, wenig anerkannt ist, so dass nur die Möglichkeit eines Aufstiegs eine individuelle Lösung ermöglicht. Eine gerechte Gesellschaft kann das nicht akzeptieren. Auch Chancengleichheit bewegt sich innerhalb dieser vertikalen Bewertungs- und Belohnungsmechanik und verbessert lediglich die Chancen auf individuellen Aufstieg. Die grundsätzliche und fatale Abwertung und Hierarchisierung der Leistungen in einer Gesellschaft wird dadurch nicht aufgehoben. Der permanente Konkurrenz-, Aufstiegs- und Leistungsdruck zementiert so weiterhin ungerechte, ausbeuterische und erschöpfenden Verhältnisse. Oder sehe ich das falsch?
    Beste Grüße aus Münster

    • Patrick Breitenbach

      Hallo Rudolf,

      das siehst du nicht richtig.
      Das kann schonmal deshalb keine neoliberale Idee sein, weil der Neoliberalismus in den 1930/40er Jahren überhaupt erst formuliert wurde und sich mit Thatcher/Kohl/Schröder/Blair in der politischen Gegenwart in Deutschland erstmals Fuß gefasst hat und von da an immer tiefer in die Köpfe der Menschen gesickert ist. Der Unterschied zwischen Aufstiegschancen und der propagierten neoliberalen Erzählung „Du bist deines Glückes Schmied“ ist ja der Materialismus. Der wird im neoliberalismus weggelassen. Hier strengst du dich einfach an und zack Aufstieg. Es muss sich nichts ander herrschenden Verhältnissen sonst ändern, keine Umverteilung nichts. Die Idee des sozialen Aufstiegs hingegen ist uralt und wie wir bereits in der Episode ausführlich erläutert haben, findet sie ihre Wurzel mindestens schon zur Zeit der Aufklärung, als man über Bildungserfahrungen versucht hat die alten Standesgrenzen zu sprengen. Und die SOzialdemokratie hat diese sicherlich schon im 19. Jahrhundert aufgegriffen und eingefordert. Es ist definitiv eine progressive Idee (ob man die nun radikal genug findet oder nicht).

      Ich würde also eher sagen, du bist der neoliberalen Deutung von Aufstieg zum Opfer gefallen. Was wir meinten ist „Aufstieg“ (oder nenne es lieber „Teilhabe“) durch echte Chancengleichheit in dem man materielle (Chancen)Gleichheit durch Umverteilung erzielt. Neoliberale Kräfte nutzen Chancengleichheit als Begriff, täuschen aber nur an, weil sie sich der materiellen Umverteilung verwehren und nur auf „Anstrengung“ bei Chancenungleichheit pochen.

      Und natürlich sollte es eine starre Hierarchie von „unten“ und „oben“ nicht geben, aber irgendwie muss man da ja mal hinkommen, nicht wahr?

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