Zu Gast bei Feinden? WM 2026: Wenn Kommerz und „America First“ ein Volksfest zerstören
Über 100 Millionen Menschen weltweit werden die WM 2026 verfolgen, aber wer darf eigentlich noch dabei sein? Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko wird das größte in der Geschichte des kommerziellen Fußballs: 48 Teams, 104 Spiele, 16 Austragungsorte auf einem ganzen Kontinent. Doch hinter der Rekordfassade zeigt sich ein System, das aktiv daran arbeitet, sein eigenes Versprechen zu zerstören.
Patrick und Jens nehmen dieses Turnier als Seismograf: für die Verwertungslogik der FIFA, für Trumps America-First-Agenda und für die Frage, wann aus einem Volkssport endgültig ein Luxusprodukt wird. Wer bezahlt die Infrastruktur und wer sitzt am Ende eigentlich im Stadion? Und was bleibt vom alten Versprechen des Fußballs, wenn selbst ein Sepp Blatter zum Boykott aufruft?
Themen
- WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko: Rekordzahlen, Rekordumsätze
- Einreisepolitik der Trump-Regierung und ihre Folgen für internationale Fans
- FIFA-Kommerzialisierung und das nordamerikanische Sportbusiness-Modell
- Enhanced Games, Sportswashing und die Zukunft des Spitzensports
Erwähnte Personen & Organisationen
- Gianni Infantino: FIFA-Präsident, überreichte Trump den ersten „FIFA World Peace Prize“
- Donald Trump: US-Präsident, dessen America-First-Politik die Einreisebedingungen zur WM prägt
- Sepp Blatter: Ehemaliger FIFA-Präsident, rief zum Boykott der WM 2026 auf
- Lionel Messi: Argentinischer Fußballstar, dessen Wechsel zu Inter Miami den „Messi-Effekt“ in den USA auslöste
- Football Supporters Europe: Europäische Fanorganisation, hat bei der EU-Kommission Klage gegen FIFA wegen Monopolmissbrauch und überhöhter Ticketpreise eingereicht
- U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE): US-Einwanderungsbehörde, deren Präsenz rund um WM-Spielorte angekündigt wurde
Begriffe
- Sportswashing: Strategie von Staaten oder Konzernen, durch das Sponsoring oder Ausrichten von Sportveranstaltungen das eigene Image aufzupolieren
- Enhanced Games: Von Peter Thiel mitfinanziertes Wettkampfformat, bei dem Doping explizit erlaubt ist, um menschliche Leistungsgrenzen zu testen
- Racial Profiling: Diskriminierende Praxis, bei der Personen aufgrund äußerer Merkmale wie Hautfarbe von Behörden kontrolliert werden
- Scalper/Ticketscalping: Wiederverkauf von Eintrittskarten zu massiv überhöhten Preisen, oft über Zweitmarktplattformen
- Schiff des Theseus: Philosophisches Gedankenexperiment zur Frage der Identität eines Objekts, wenn alle seine Bestandteile nach und nach ersetzt werden.
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Schöne Folge! Den ersten Hunger Games kann man sich meiner Meinung nach ruhig mal geben.