Mit Milliardären an die Macht
Drei Millionen Reichsmark für Adolf Hitler: So finanzierte Deutschlands Elite den Weg in die Katastrophe. Am 20. Februar 1933 treffen sich in einem Berliner Geheimzimmer die Mächtigsten der deutschen Wirtschaft. Krupp, Siemens, IG Farben, Thyssen – sie alle sind gekommen, um einem Mann Geld zu geben, der ihnen die Gewerkschaften zerschlagen und die Demokratie beenden wird.
Wie konnte es soweit kommen? Die Antwort liegt nicht in den Geschichtsbüchern über große Inflation oder Verzweiflung. Sie liegt in den Netzwerken der Macht: Die „Ruhrlade“, zwölf Industrielle, die heimlich Millionen spenden. „Géa“, ein Verband Reicher, die Massenpropaganda finanzieren. Alfred Hugenberg, der Medienmogul, der über die Hälfte der deutschen Presse kontrolliert. Sie alle vereint ein Ziel: Die „konservative Revolution“ – ein Begriff, den heute wieder CSU-Politiker wie Alexander Dobrindt verwenden.
Das Muster ist erschreckend aktuell: Milliardäre, die Autokraten finanzieren. Medienmogulen, die Narrative setzen. Konservative, die glauben, Extremisten zähmen zu können. Von Henry Fords Hitler-Spenden bis zu Elon Musks Trump-Unterstützung – Geschichte reimt sich.
Patrick und Jens decken auf, wie Geld, Macht und Ideologie zusammenfließen. Wie aus drei NSDAP-Ministern im Kabinett eine Diktatur wird. Und warum wir heute dieselben Warnsignale sehen – nur in neuen Gewändern.
Themen
- Die Finanzierung Hitlers durch deutsche Großindustrielle
- Netzwerke der Macht: Ruhrlade, Géa und andere Elitenzirkel
- Die „konservative Revolution“ – damals und heute
- Medienmanipulation durch Alfred Hugenberg
- Das Kabinett Hitler: Wie Konservative Extremisten an die Macht brachten
- Parallelen zur heutigen Zeit: Trump, Musk und die Tech-Oligarchen
- Warum die Demokratie von innen heraus zerstört wurde
Erwähnte Personen & Organisationen
- Adolf Hitler: Reichskanzler ab 1933, von Industriellen finanziert
- Alfred Hugenberg: DNVP-Politiker und Medienmogul, kontrollierte über 50% der deutschen Presse
- Fritz Thyssen: Stahlmagnat, früher Hitler-Unterstützer, schrieb „I financed Hitler“
- Henry Ford: US-Industrieller, Antisemit, spendete an Hitler
- Hjalmar Schacht: Reichsbankpräsident, organisierte Industriellenspenden
- Krupp-Familie: Industriellendynastie, beteiligte sich an der „Adolf-Hitler-Spende“
- DNVP: Deutschnationale Volkspartei, koalierte mit der NSDAP
- Zentrumspartei: Katholische Partei, stimmte für das Ermächtigungsgesetz
- Alexander Dobrindt: CSU-Politiker, verwendete 2018 den Begriff „konservative Revolution“
- Friedrich Merz: CDU-Vorsitzender, verwendete den Begriff „Novemberbankrotteure“
- Elon Musk: Tech-Milliardär, unterstützt Trump und die AfD
Begriffe
- Ruhrlade: Geheime Interessengemeinschaft von 12 Ruhrindustriellen (1928-1939), spendeten 1,5 Millionen Reichsmark an nationalkonservative Parteien
- Géa: Verband reicher Bürgerlicher (1922-1933), finanzierte deutsch-nationale Massenpropaganda
- Konservative Revolution: Intellektuelle Strömung der Weimarer Republik gegen Demokratie und Aufklärung, heute wieder verwendet von Politikern wie Dobrindt
- Novemberverbrecher: Nazi-Propaganda-Begriff für demokratische Politiker der Weimarer Republik, ähnlich Merz‘ „Novemberbankrotteure“
- Harzburger Front: Treffen rechter Parteien 1931, 10.000 Teilnehmer gegen die Weimarer Republik
- Industrielle Eingabe: Bittschreiben der Wirtschaft an Hindenburg im November 1932, Hitler zum Reichskanzler zu machen
- Adolf-Hitler-Spende: Persönliche Geldspenden deutscher Industrieller an Hitler nach der Machtergreifung
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: Ruhrlade
- Wikipedia: Konservative Revolution
- Wikipedia: Harzburger Front
- Wikipedia: Machtergreifung
- Corporate Therapy Podcast – Episode 93 über Unternehmen im Nationalsozialismus
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Wiederum eine spannende und informative Folge. Gestern ist in der Republik (online-Magazin) ein sehr lesenswerter Beitrag von Constantin Seibt zu Autokraten erschienen, den ich hier empfehlen möchte:
https://www.republik.ch/2025/03/08/goodbye-nachkriegszeit-hallo-autokratische-epoche
(mit dem Link sollte der Artikel frei zugänglich sein)
Hallo. Ich finde euren Podcast und die darin befindlichen Episoden großartig! Vielen Dank dafür. Was ich nicht verstehe, ist, dass bestimmte Inhalte nur zahlenden/unterstützenden Mitgliedern zugänglich sind. Entschuldigt bitte: Ich sehe darin einen Widerspruch, denn einerseits prangert ihr – zurecht an – dass es kaum erträglich ist, dass es diese gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Armen und Reichen gibt, andererseits ist euer Modell anscheinend nach eben diesem Prinzip aufgebaut.
Auch ich hätte großes Interesse an weitergehender Informationen zu euren einzelnen Episoden. Allerdings kann ich mir als Rentner 15 € monatlich für diesen Luxus nicht leisten.
Falls ich hier etwas falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Verzeihung und Nachsicht und bin für Aufklärung offen.
Herzliche Grüße, Andy
Hallo Andy,
deine Position ist nachvollziehbar und verständlich. Zugleich ist uns bewusst welchen Weg wir damit gehen. Aber uns war vor allem wichtig, dass der zentrale Content allen zur Verfügung steht. Das was wir gesondert anbieten sind zusätzliche Vertiefungen über Quellensammlung und vereinzelte Deep Dives, quasi eine kleine Gegenleistung für alle, die uns so oder so solidarisch unterstützen.
Aber im Kern kann man sagen, dass der Podcast als absolutes Hauptwerk allen zugänglich gemacht wird – unabhängig vom Geldbeutel.
Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit in unserer Discord-Gruppe mal nach einem Soli Account zu fragen, weil wir in manchen Paketen ja Geschenkaccounts mit drin haben, das haben schon manche gemacht.
Und ja, es ist ein Widerspruch, der aber den anderen Widerspruch ausgleichen muss und dennoch es ja den beschriebenen Kompromiss gibt. Es ist eben nicht so wie bei mittlerweile allen Medienangeboten, hier ist der Teaser, wenn du es ganz lesen willst, dann zahle. Dieses Prinzip drehen wir um. Von daher ist es tatsächlich Luxus für Leute die sich Luxus leisten können, aber das Grundlegende ist „for free“. Ich hoffe das ist nachvollziehbar.