Sudan – Die Welt schaut weg

20.000 bis 27.000 Kriegsopfer – doch Experten sprechen bereits von 150.000 Toten: Die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit tobt im Sudan, während die Welt systematisch wegschaut. Über 14 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 25,6 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Sexualisierte Gewalt wird als Kriegswaffe eingesetzt – „in epidemischem Ausmaß“, so die UN.

Aber dieser Krieg ist kein sudanesischer Bürgerkrieg. Es ist ein internationaler Stellvertreterkonflikt um Gold, Öl und geostrategische Macht am Roten Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate befeuern mit Waffen und Geld die RSF-Milizen, während Iran, Russland und Ägypten die reguläre Armee unterstützen. Chinas Belt-and-Road-Initiative steht auf dem Spiel, Putin will seinen Marinestützpunkt – und Deutschland? Nennt die VAE einen „strategischen Partner“, während aus Dubai Waffen für ethnische Säuberungen starten.

Derweil kämpft die sudanesische Zivilgesellschaft ums nackte Überleben: Emergency Response Rooms organisieren Volksküchen unter Beschuss, flicken Stromleitungen und betreiben geheime Feldkliniken. Es ist das größte Experiment in gegenseitiger Hilfe weltweit – nominiert für den Friedensnobelpreis, ignoriert vom Westen.

Patrick und Jens durchleuchten die komplexe Gemengelage aus Neokolonialismus, Kriegsökonomie und deutscher Komplizenschaft. Sie zeigen, warum Schweigen hier wirklich Zustimmung bedeutet.


Themen

  • Humanitäre Katastrophe im Sudan: 150.000 Tote, 14 Millionen Geflüchtete
  • Krieg zwischen SAF (Sudanese Armed Forces) und RSF (Rapid Support Forces)
  • Internationale Akteure: VAE, Iran, Russland, Ägypten, China, Türkei
  • Goldschmuggel und Kriegsökonomie über Dubai
  • Deutsche historische und aktuelle Verantwortung
  • Sudanesische Zivilgesellschaft: Emergency Response Rooms
  • Ethnische Säuberungen und systematische Vergewaltigung als Kriegswaffe
  • Khartoum-Prozess: EU-Kooperation mit Diktatoren zur Migrationskontrolle

Erwähnte Personen & Organisationen

Begriffe

  • SAF (Sudanese Armed Forces): „Reguläre“ sudanesische Armee unter General al-Burhan
  • RSF (Rapid Support Forces): Paramilitärische Miliz unter General Hemeti, entstanden aus Janjaweed
  • Technicals: Pickup-Trucks (meist Toyota) mit aufmontierten Waffen
  • Weaponization of Hunger: Einsatz von Hunger als Kriegswaffe durch Blockade von Hilfskonvois
  • Takaya: Volksküchen der Emergency Response Rooms
  • Abid: Rassistischer Begriff für „Sklave“, wird von Milizen gegen Schwarzafrikaner verwendet
  • Khartoum-Prozess: EU-Initiative zur Migrationskontrolle durch Kooperation mit afrikanischen Diktatoren
  • Cross-Border-Aid: Grenzüberschreitende humanitäre Hilfe

Weiterführende Quellen

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2 Replies to “Sudan – Die Welt schaut weg”

  1. fragesteller

    Liegt’s an mir oder gibt es einen kognitiven Spagat zwischen der Aussage „deutsche Medien berichten nicht“ und den O-Tönen aus deutschen Medien, die den Sudan zum Inhalt haben?

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