Politik, Pop und Protestsanktionen

Innerhalb einer Woche ändert sich alles: Joe Biden tritt zurück, Kamala Harris übernimmt – und Donald Trump gerät in Panik. 53 Prozent der Amerikaner sind Taylor Swift-Fans, doch was bedeutet das für die Politik? Während Trump seine gesamte Kampagne gegen Biden aufbauen ließ, muss er nun alles neu kalkulieren. Seine Wahlkampfzentrale: An der Wand stand „Joe Biden ist schwach“ – jetzt müssen sie streichen.

Die Republikaner zerfleischen sich selbst. J.D. Vance, noch vor Tagen der perfekte Vizepräsident, wird plötzlich infrage gestellt. Zu ähnlich zu Trump, zu wenig Mehrwert. Harris dagegen sammelt in zehn Stunden über 100 Delegierte, baut ihre Kampagne auf einem einfachen Kontrast auf: Sie verfolgte Sexualstraftäter – Trump ist einer. Sie bekämpfte betrügerische Universitäten – Trump betrieb eine. Währenddessen erobert Taylor Swift die Welt mit 152 Konzerten, dreieinhalb Stunden pro Show, und wird zur politischen Kraft. Von der Country-Sängerin zur Anti-Rassismus-Aktivistin: ein Milliardengeschäft mit gesellschaftlicher Verantwortung.

In Großbritannien landen Klimaaktivisten für fünf Jahre im Gefängnis – wegen Sitzblockaden. In Deutschland: 16 Monate Haft für Straßenproteste. Patrick und Jens analysieren, wie sich Demokratie und Widerstand neu definieren, wenn Popkultur politisch wird und Protest kriminalisiert. Freedom in the air – oder Faschismus im Vormarsch?


Themen

  • Joe Bidens Rückzug und Kamala Harris‘ Kandidatur
  • Donald Trumps Kampagnen-Panik und J.D. Vance-Problem
  • Taylor Swifts Aufstieg zur Pop-Ikone und politischen Kraft
  • Swift-Ökosystem: Fanbase, Geschäftsmodell und gesellschaftlicher Einfluss
  • Politisierung von Taylor Swift: Von Country zu Aktivismus
  • Klimaproteste und Justiz in UK und Deutschland
  • Demokratie unter Druck: Versammlungsfreiheit vs. staatliche Repression

Erwähnte Personen & Organisationen

  • Joe Biden: US-Präsident, tritt als Kandidat 2024 zurück
  • Kamala Harris: US-Vizepräsidentin und neue Präsidentschaftskandidatin
  • Donald Trump: Republikanischer Präsidentschaftskandidat 2024
  • J.D. Vance: Trumps Vizepräsidentschaftskandidat, umstritten
  • Taylor Swift: Pop-Superstar mit über 200 Millionen verkauften Alben
  • Kanye West: Rapper, mehrfach in Konflikt mit Taylor Swift
  • Jeffrey Epstein: Verurteilter Sexualstraftäter, Verbindungen zu Trump
  • Fabio De Masi: Politiker, kritisiert Harris als „elitär“
  • Oliver Pocher: Comedian, provoziert bei Swift-Konzert mit Rammstein-Shirt
  • Just Stop Oil: Britische Klimaschutz-Organisation
  • Extinction Rebellion: Internationale Klimaschutz-Bewegung
  • Letzte Generation: Deutsche Klimaschutz-Gruppe

Begriffe

  • Swifties: Bezeichnung für Taylor Swift-Fans, politisch einflussreiche Gruppe
  • White Supremacy: Ideologie der Überlegenheit der weißen Rasse
  • Arische Göttin: Rechtsextreme Bezeichnung für Taylor Swift vor ihrer Politisierung
  • Whole Truth Five: Fünf britische Klimaaktivisten zu 4-5 Jahren Haft verurteilt
  • Aarhus-Konvention: Völkerrechtlicher Vertrag für Recht auf Umweltschutz
  • Taylor’s Version: Neu eingespielt Alben von Swift nach Rechtestreit
  • Eras Tour: Swifts aktuelle Welttournee mit 152 Konzerten

Weiterführende Quellen

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8 Replies to “Politik, Pop und Protestsanktionen”

  1. Jan

    Hey, nach der vierten Folge bin ich schon absolut hin und weg von eurem Podcast und empfehle in überall weiter.
    Kritik an dieser Folge: im Teil über Taylor Swift sagt ihr sie wurde vom Radio Moderator „begrabbelt“. Das ist meiner Meinung nach in dem Kontext zu verharmlosend. Sie wurde sexuell belästigt. Gerade wo es in dem Segment darum geht wie schwer Frauen es haben in Sachen von Belästigung ernst genommen zu werden sollten wir auch auf unsere Sprache achten

  2. Patrick Breitenbach

    Hallo Jan,

    danke für dein Feedback und schön, dass wir dich begeistern können.

    Zum Wording: Ja, du hast vollkommen Recht. Allerdings habe ich ja das Thema eingeleitet mit dem Satz „Sie wurde Opfer einer sexuellen Belästigung“.

    Später sage ich, was der DJ gemacht hat. Das spätere „begrabbeln“ hätte ich mir dann schenken können, ja. Aber ich hoffe es kam dennoch rüber, dass wir die Tat nicht relativieren oder verharmlosen.

  3. Kai

    Schon in der ersten Folge, die ich gehört habe, viele Inhalte für mich, mit denen ich mich identifizieren kann, was zum nachdenken anregt und ein richtiger Augenöffner. Tolle Sprachqualität, schöne Laufzeit und auch die Prise humor find ich herrlich erfrischend zwischen der ganzen Schwere die die Themen manchmal mit sich bringen. Ich freue mich jetzt schon, alle Folgen nach zu hören und auf die ganzen neuen Folgen. Dafür sind schon mal 5 Sterne bei Apple-Podcasts raus und den „Anstifter-Supporter“ lasse ich auch immer wieder mal ein paar Monate für diese tolle Arbeit mitlaufen. Vielen Dank Euch 🙂

    • Patrick Breitenbach

      Hallo Kai,

      herzlich Willkommen in unserer Community und herzlichen Dank für dein Lob und die Unterstützung auf mehrfache Art & Weise!

      Wir werden uns große Mühe geben deiner Bewertung auch weiterhin gerecht zu werden.

  4. Mario

    Ich muss leider sagen, dass eurer Taylor Swift Segment viel zu positiv war. Natürlich ist die Kritik, die von der Rechten gegen sie erhoben wird, unfundiert und nur ein Zeichen ihres Hasses. Nur gibt es eben haufenweise Dinge, die an dieser Frau mehr als zurecht kritisieren werden können. Diese werden hier aber nicht angesprochen und so wird aus der gerechtfertigten Verteidigung gegenüber den Rechten im Endeffekt eine Lobpreisung von ihr. Als Künstlerin ist sie mir ziemlich egal, aber sie ist eben nicht eine Repräsentantin irgendwelcher ernsthaft linker, progressiver Kräfte. Sie ist eine Repräsentation von neoliberalem, kapitalistischem Feminismus. Ja, dieser steht auch den rechten, neofaschistischen Kräften entgegen, aber liefert für diese eben auch Nährstoff.

    Swift und andere wie sie sind eben nicht Feinde des Status Quo und warum sollte sie es auch sein? Sie ist in die Oberschicht geboren worden, hat davon massiv profitiert und hat, wie ihr ja dargestellt hat, es geschafft, sich so die moderne Medienlandschaft zu eignen zu machen, dass sie gar Milliardärin geworden ist. Daher wird sie wohl auch nie „tax the rich“ ernsthaft fordern. Vielleicht liege ich auch falsch und sie wird irgendwann zu einer Klassenverräterin, aber nichts bisher deutet daraufhin. Dadurch aber, dass sich ihr Feminismus darauf erstreckt, dass innerhalb dieses durch und durch hierarchischen Systems, alle Gruppen die gleichen Chancen bekommen sollten, nach oben aufzusteigen, generiert diese Form des Feminismus eben jene Abstiegsängste, von denen Rechte durch ihren Populismus Gebrauch machen und dann auch profitieren.

    • Patrick Breitenbach

      Hallo Mario,

      ich hoffe doch sehr, dass wir nicht behauptet haben, dass Tayler Swift eine Repräsentantin einer linken, progressiven Bewegung ist. Sie ist ein Popprodukt. Sie ist aus wohlhabendem Elternhaus. Sie kommerzialisiert auch ihre feministische Haltung. Dinge, die wir genau so in der Sendung gesagt haben.

      Ja, vielleicht haben wir das nicht so deutlich formuliert, wie du dir das gewünscht hättest, aber dass wir diese Thematik gar nicht angesprochen haben, sehe ich ehrlich gesagt nicht.

      Und die Spekulation rund um „Tax the Rich“ war ja auch eher augenzwinkert gemeint. Aber wer weiß, man hat schon Pferde kotzen gesehen. Die politische Zukunft würde ich jedenfalls nicht von ihr abhängig machen wollen 🙂

  5. Nicole

    Hallo,
    Als großer Fan eures Podcasts „2045“ höre ich mir auch euer neues Format sehr gerne an.

    Ganz riesengroßes Dankeschön insbesondere für das dritte Kapitel in der Pop-Folge, – die extrem harten und völlig unverhältnismäßigen gerichtlichen Sanktionen gegen die (englischen) Klimaaktivist:innen. Diese Thematik treibt mich schon lange um, und den öffentlichen Diskurs mit seiner einseitigen Kriminalisierung empfinde ich als verstörend, genauso wie die Vorstellung, dass hier Menschen einen Teil ihrer Zukunft opfern, um auf offensichtliche politische Versäumnisse hinzuweisen.

    Super finde ich auch die Informationen, was Menschen konkret machen können, um Klimaschutz zu unterstützen, wie z. B. der Hinweise auf die Deutsche Umwelthilfe.

    Bitte weiter machen – und zwar mit diesen deutlichen, klaren Worten!!
    Unterstütze euch gerne!!

    • Patrick Breitenbach

      Danke, liebe Nicole.

      Das freut uns sehr. Bereits in der kommenden Ausgabe werden wir mal wieder ein paar Schlagzeilen rund um die Klimakatastrophe benennen. Zumal wir mit 2045 ja in der Staffelpause sind. Darüber wird mal wieder viel zu wenig gesprprochen.

      Liebe Grüße!

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